Perspektive
Die bisherige Diskussion zur Wiederbelebung der Höllentalbahn ergab vielfältige Ansatzpunkte einer perspektivischen und nachhaltigen Entwicklung. Weitere wesentliche Punkte zu diesem Thema sind auf der Seite Ökologie/Tourismus dargestellt.
Im Bereich der prognostizierten Fahrgastzahlen spricht das Gutachten für eine Wiederbelebung auch aus wirtschaftlicher Sicht; hier ist von politischer Seite auf Kreis- und Landtagsebene eine neue Sichtweise geboten, um die vorangegangene Fehlentscheidung zu revidieren.
Eine Erweiterung des regional agierenden aber weit über die Region hinaus bekannte EgroNet steht bevor. Der Text hierzu ist im Frankenpost Online Archiv nachzulesen, das EgroNet hat mittlerweile die Reaktivierung als Planungsziel erklärt.
Der Sachstand zur Entwicklung der Wiederbelebung der Höllentalbahn wurde durch HOELLENNETZ dem Kooperationsverbund per Schreiben vom 23.04.2002 bereits vorgetragen. Die Aufnahme der Höllentalbahn in die weiteren Planungen des EgroNet wurde durch Landrat Dr. Lenk HOELLENNETZ gegenüber zugesichert, unter der Voraussetzung dass die Gebietskörperschaften des Landkreises Hof ihren Willen zur Bahn bekunden. Der politische Wille im Landkreis Hof ist nun zu äussern, auch vor dem Hintergrund dass immer neidisch nach Sachsen auf die Errungenschaften des EgroNet geschielt wird.
Die Linie ist unter Anderem auch im überregionalen Personenverkehr zu betrachten. So könnte z.B. eine RE Verbindung Erfurt - Saalfeld - Hof - Cheb (die Führung über Selb-As ist sehr wahrscheinlich möglich) landesübergreifend kürzeste Verbindungen zwischen Landeshauptstadt und Oberzentren dreier Länder schaffen. Durch die Kreuzung mit dem sächsisch-bayerischen Städtenetz im Bahnknoten Hof innerhalb des integralen Taktfahrplanes ergäbe sich eine optimale Verbindung mit den Süd-West/Nord-Ost Verkehren der Franken-Sachsen Magistrale.
Auch als Regionalexpress einsetzbar: VT 642, hier bei der Ausfahrt nach Saalfeld in Harra im Juni 2002 Foto: Werner Rost
Der durch den Zugang nach Saalfeld mögliche Anschluss an die ICE-Strecke München -Berlin würde Richtung Norden wesentlich bessere Anbindungen gewähren als zur Zeit über Leipzig oder Dresden. Trotz derzeitiger Wiederaufnahme der Bauarbeiten an der ICE-Neubaustrecke Lichtenfels-Erfurt (sicher auch notwendig bedingt um die Baugenehmigungen zu erhalten) steht eine Gesamtfertigstellung dieses Millionengrabes (eine vergleichbare Entwicklung an der NBS Ingolstadt-Nürnberg ist anscheinend nicht lehrreich genug) sicher noch in weiter Ferne.
Aktuell geführt wird die Diskussion zur Verwirklichung eines neuen Innenstadtbahnhofs nahe des Hofer Zentrums auf dem Gelände der Güterhalle des alten Hofer Bahnhofs. Dieses Projekt würde mit der Wiederbelebung der Höllentalbahn ausserordentliche gegenseitige Synergien bilden. Zum Einen wird die geplante städtebauliche und strukturelle Veränderung in Hof dazu beitragen, mehr Fahrgäste in den ÖPNV auf allen Zuläufen (auch Bad Steben und evt. Lobenstein und Saalfeld) zu verlagern, zum Anderen erschliesst sich bei Verwirklichung beider Vorhaben zusätzlich der gesamte Lobensteiner und Saalfelder Raum um Besucher für die Hofer Innenstadt zu werben.
VT 642 in Lemnitzhammer bringt als Vision Hofer Innenstadtbesucher zurück Richtung Saalfeld
Der bislang auf der Strecke Hof-Bad Steben installierte, und hier beizubehaltende 1 Stunden Takt sollte zumindest bis Blankenstein, wünschenswert bis Lobenstein verlängert werden.
Eine Verbindung der beiden Stichstrecken zu einer durchgehenden Relation bietet langfristig Bestandsgarantie für die Bahn im Landkreis Hof und Lobenstein. Der notwendige Ausbau und die Ertüchtigung für Güterverkehr an der Strecke Hof-Marxgrün verbessert die Infrastruktur, durch Entfall von ungesicherten Bahnübergängen infolge Durchfahren von Güterzügen mit konstanter Geschwindigkeit können auch die Fahrzeiten Hof- Bad Steben verkürzt werden.
Durch den Entfall des jetzigen Haltepunkts Höllental kann die Fahrzeit von und nach Bad Steben verkürzt werden.
Die Fahrplangestaltung für werktägliche Güterzugtrassen innerhalb des Personenverkehrstaktes eignet sich hervorragend für touristische Sonderverkehre am Wochenende.
Dampfsonderzug mit 52 8075 aus dem Höllental bei Einfahrt in den Bhf. Blankenstein, im Hintergrund der Bergfried der Burg Lichtenberg
Parallele Linienbusverkehre können entfallen, so können direkt Strassen entlastet werden.
Das ehemalige Bahnhofsgebäude Hölle muss an authentischer Stelle wiedererrichtet werden. Im Zusammenhang mit dem noch vorhandenem Grossbaumbestand und der notwendigen Neugestaltung des Bahnhofsvorplatzes und der PKW Parkplätze (bei dem Ort angemessener Planung eines Landschaftsarchitekten und nicht eines Strassenbauingenieurs!!) könnte der Ort Hölle wieder einen städtebaulich gewachsenen Mittelpunkt unvergleichbarer Güte erlangen.
Die Merkmale Bahnhof, Vorplatz, Kreuzung Strasse-Bahn-Fluss, Felskulisse, Grossbaumbestand, Fussweg-Eingang ins Höllental und Einkehrmöglichkeit in enger räumlicher Nähe sind hierfür ein vorzüglicher Grundstock und müssen nur neu inszeniert werden.
An dieser Stelle sei angemerkt dass der Abriss des Bahnhofgebäudes Hölle unter der damaligen Anweisung des Nailaer Bürgermeisters Strobel geschah, mit der Begründung dass eine Sanierung des Gebäudes teurer käme als ein Neubau bei möglicher Wiederinbetriebnahme der Höllentalbahn. Dieses Wort ist bis heute nicht widerlegt, es muss dann wohl nur noch eingelöst werden!
Im Bahnhof Hölle sollte ein Überholgleis ausreichender Länge in Analogie der ehemaligen Bahnhofsanlage unter anderem für touristische Sonderzugverkehre angeordnet werden. Die bis 1987 erfolgte Kohlensäureanfuhr für das Kohlensäurewerk Hölle könnte unter werktäglicher Nutzung dieses Gleises reaktiviert werden.
Sonderzüge im Haltepunkt Lichtenberg können im Bhf. Blankenstein überholt werden bzw. abgestellt oder umgesetzt werden.
Im Haltepunkt Lichtenberg sollte ein angeschlossenes Abstellgleis für die derzeit ausgestellte Museumsgarnitur angeordnet werden. Bewegung schadet sicher nicht, vielleicht kommen die Fahrzeuge nochmal ins Rollen?
Der Haltepunkt Marxgrün wird wieder zum Bahnhof, möglicherweise ist dies die letzte Rettung für das derzeit desolat wirkende Gesamtgelände mit zerfallenden Lokschuppen. Unter Leitung eines ortsnahen Interessenverbandes könnte dieses Areal unter Einbeziehung des zweiständigen Heizhauses mit neuer Schienenanbindung neue Qualitäten gewinnen.
Die Frachtaufkommen aller möglichen Verlader (derzeitige und auch mögliche Neue) auf der Relation Saalfeld-Hof sind in Bezug auf Wirtschaftlichkeit der Strecke und Beeinträchtigungspotential der Anlieger absolut notwendig zu untersuchen.
232 489 mit Cargo Bedienung in Blankenstein, Ausfahrt Richtung Hof.....................
Perspektiven für Tourismusverkehre sind zahlenmässig sehr schwer zu prognostizieren, jedoch zeigen vergleichende Beispiele (und welchen Vergleich muss das Höllental wohl scheuen?) ausnahmslos steigende Fahrgastzahlen im Tourismusverkehr am Wochenende. Die Bahn selbst wird, wie viele Zuschriften bezeugen als touristische Attraktion gesehen.
BR 642 im Höllental Kanzelfelstunnel und Selbitzbrücke. Fotomontagen und Copyrigtht Werner Rost, Frankenpost
Beispiele erfolgreich reaktivierter Bahnen gibt es zuhauf, Beispiele hierzu sind im eigenen Absatz
unter Links dargestellt.
Die Länder Bayern und Thüringen sind nun sprichwörtlich am Zug: Sie stehen in der Pflicht, die gegenwärtigen Tendenzen neu zu bewerten und die dafür bereitstehenden Mittel auch zweckgerecht und transparent für Verbesserungen und Ergänzungen (sprich Wiederbelebung der Höllentalbahn) im Nahverkehr anzuwenden.
Bei intensiver Zusammenarbeit aller Beteiligten (auch der Zweifler), Abwägung deren Aspekte und Reaktion darauf rückt die Vision eines schienengebundenen Zusammenschlusses regionaler Einzigartigkeiten, wie es Herr Heinrich Giegold bildhaft beschrieb sehr nahe. Im und um das Höllental wäre die sprichwörtliche und in der Geschichte so oft gelebte Sommerfrische, befreit von den Zwängen des PKW, wieder erlebbar und ein weiterer Brückenschlag mitten in Europa brächte die Menschen der drei ehemals getrennten Länder Thüringen-Bayern-Böhmen weiter zueinander.
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